Chopfsturm

Niedergeschriebene Kopfstürme

Menü Schließen

Kategorie: Texte

Dabei sein ist alles.

Nach Individualismus wird geschrien und Gleichheit gelebt. Ausgebrochen aus gesellschaftlichen Zwängen wird nicht und trotzdem die Gesellschaft verflucht. Die Welt hat nicht auf uns gewartet und wir begreifen es nicht. Hauptsache das eigene Gärtchen ist grüner als die Anderen. Minderheiten werden unterdrückt weil die Mehrheit zu schwach ist sie zu schützen. Gekämpft wird für die Einhaltung der Nachtlärmregelung, kleine Türme werden verboten und die eigene Kultur sieht man in Gefahr. Früher war alles besser und trotzdem gleich. Wir schleppen uns an Partys. Versuchen einen Weg zu finden den Zwängen zu entkommen und scheitern mit Getöse. In der rechten Hand haben wir einen Pflasterstein und in der linken das iPhone um den Wurf zu filmen. Wir bekämpfen was uns bereits besitzt. Wir wehren uns gegen eine Macht die sich uns nie zeigt. Bewerfen die Sklaven des Systems mit Flaschen und nichts wird sich ändern. Wir sind frustriert suchen nach einem Ausweg und betrinken uns. Betrunken lassen wir uns einfacher steuern und finden es nicht einmal verwerflich. Wir versuchen uns das Denken zu verbieten und im Handeln aufzugehen. Suchen im Dunkeln nach einer Lösung und niemand betätigt für uns den Lichtschalter. Orientierungslos torkeln wir durch den Nebel und folgen den Nebellichtern des Konsums um Ihn an einem klaren Tag zu verteufeln. Ändern möchten wir alles nur nichts aufgeben dafür. Besser sein als andere müssten wir und dabei halten wir dem Druck nicht stand. Das System macht uns kaputt und uns fehlen die Ideen es zu zerstören. Wir sind eine Generation die nie gelernt hat an sich zu arbeiten. Wir haben alles was wir brauchen und das macht uns schwach. Aufgewachsen mit Social Media und Smartphone werden wir von irrelevantem absorbiert. Nur noch schnell einen neuen Status posten, die Welt muss es wissen. Die Medien sind die Diener des Grosskapitals und halten uns dumm. Kriege wüten und uns interessiert das Gewicht der neuen Mutter im Königshaus. Rassismus ist wieder Salonfähig weil das Boot wieder einmal voll sein soll. Solidarität ist ein Schimpfwort weil es kostet und Utopien können wir uns nicht mehr leisten weil es sie alle schon einmal gab. Es fehlt uns an nichts und doch an allem. Grosskonzerne überwachen jeden unserer Schritte und wir lassen es zu. Wir sitzen 24h Stunden vor dem Fernseher wenn Präsidenten ihre Bürger live im TV abknallen lassen. Aber die Grenzen sind geschlossen. Bis hier und nicht weiter. Überall wo man hingeht steht bereits jemand mit einer Kamera in der Hand. Bilder und Filme werden produziert und niemand weiss für wen sie bestimmt sind.

Dabei sein ist alles.

Die Zugfahrt.

Ich sitze da, spüre meine Beine und Arme nicht mehr, kann nicht sprechen. Was ist los, was ist geschehen? „Ist hier noch frei?“ – keine Reaktion meinerseits, ich kann nicht, ich möchte sprechen, möchte sagen „Ja klar, nehmen sie Platz schöne Frau“ – oder „Aber sicher doch, für sie immer“ – Ich möchte lächeln, möchte Ihr zeigen, dass Sie mir gefällt. Aber ich kann mich nicht bewegen. „Sorry, ist hier noch frei?“ – sie fragt noch einmal. Ich nicke, nicken kann ich noch. Ich hasse mich, ich verfluche mich. Sie nimmt Platz, ich hatte ja auch genickt und trotzdem ist es mir nicht recht. Ich bin blockiert, innerlich verkümmert. Ich sehe alles klar und doch verschwommen. Bin Gefangen in meinem eigenen Körper und mir fehlt der Schlüssel mich zu öffnen. Ich sitze da, starre aus dem Fenster und betrachte aufmerksam die wunderschöne Landschaft. Gerne würde ich mich ihr mitteilen, würde ihr erzählen was ich sehe, der schönen Frau neben mir. Aber ich kenne sie nicht und ich kenne mich nicht, ich bin nicht ich. Seit einigen Wochen lebe ich in dieser Blase. Die Umwelt präsentiert sich mir immer in verschwommenem Zustand und ich versuche jeden Tag aufs neue die Fenster zu putzen und mir eine klare Sicht zu verschaffen. 

Ich schrecke auf, versuche zu sprechen, es funktioniert. Schon wieder dieser Traum, schon wieder keine Ahnung was es mir sagen will. Seit Wochen träume ich immer wieder die gleiche Situation, immer die gleichen Bilder, immer die gleiche Geschichte. Ich suche die Zigaretten auf meinem Nachttisch, meine immer gleiche Reaktion auf Stresssituationen. Seit einigen Wochen rauche ich auch im Schlafzimmer, etwas das ich mir früher immer verboten hatte. Doch seit ich mein erstes Bier bereits am Morgen trinke finde ich auch im Bett zu rauchen nicht mehr verwerflich. Ich weiss nicht wann es angefangen hatte, wann ich die Kontrolle verloren habe. Vielleicht war es als sie mich sitzen gelassen hatte, oder die Kündigung vor 4 Monaten, wobei ich ja froh bin muss ich dieses Arschloch von einem Chef nicht mehr jeden Tag sehen. Aber ehrlicher wäre wohl, dass diese Situationen nur eingetreten sind weil ich bereits ein Alkoholproblem hatte und nicht umgekehrt. Ich atme den Rauch aus, es fühlt sich gut an. Nach dem dritten Zug an der Zigarette folgt das obligate Husten. Ich liebe es, es zeigt mir, dass sich meine Lunge noch nicht ganz aufgegeben hat, dass sie sich noch wehrt. Es ist wie in einer Schlägerei, wenn der Gegner noch zurückschlägt obwohl er bereits am Boden liegt. Ich mag meine Lunge, sie versucht mich zu einem besseren Menschen zu machen. Irgendwann werde ich ihr dabei helfen, aber im Moment fehlt mir die Energie. Seit Wochen lebe ich von Rausch zu Rausch, versuche die Zeit dazwischen zu vergessen und mich zu schützen vor dem was kommt. Ich packs nur noch mit Alkohol. Fühle mich schlecht und verdränge es mit anderen Drogen.

Seit zwei Tagen habe ich nichts mehr getrunken, mein Mund ist trocken, die Hände zittern und ich bin nervös. Es ist ein grausamer Kampf den ich führe und den ich wahrscheinlich nur verlieren kann. Ich will nicht aufgeben, ich will es schaffen. Nicht wegen mir, aber wegen Ihr. Sie ist gekommen, zurückgekommen, wir wollen es noch einmal versuchen. Unter der Bedingung, dass ich nicht mehr trinke. Ich habe es ihr versprochen, hundertmal habe ich es ihr versprochen. Ich weiss, dass es sich lohnt und trotzdem ist es das verdammtnochmalschlimmste was ich mir je angetan habe. Ich irre durch die Räume, komme nicht zur Ruhe. Am Abend geht es, am Abend ist sie zuhause, am Abend lenkt sie mich ab. Den Tag durch arbeitet sie und überlässt mich mir selber. Ich will nichts mehr als mir irgendwelchen Alkohol zuführen, nur damit das verdammte Zittern aufhört, damit die Stimmen im Kopf Ruhe geben und damit ich endlich wieder einmal richtig gut schlafen kann. Aber ich will kämpfen, ich will es packen.

„Guten Morgen“ meint sie mit einer unerträglichen Fröhlichkeit als ich meine Augen öffne. Ich will nicht neben dieser Frau liegen, ich will nicht mit ihr aufwachen. Der Sex war gut, da gibt es nichts zu meckern. Sie ist extrem beweglich und lässt einiges mit sich anstellen. Aber sie ist nicht die Frau neben der ich am Morgen aufwachen will. Ich hatte wieder getrunken, nach drei Wochen Abstinenz. Sie hat es mitgekriegt und hat sich verabschiedet. Ich Vollidiot habe noch mehr getrunken, immer mehr. Und jetzt liege ich hier, neben dieser anderen Frau die sich nicht richtig anfühlt. In einem Bett welches nach abgestandenem Bier, Zigarettenrauch und Kotze von letzter Nacht riecht. Ich hasse mich, ich verabscheue mich. Der Spiegel am Kleiderschrank lacht mich aus und mir stösst der Tequila von letzter Nacht auf. Ich habe diesen Schnaps schon immer gehasst, ich kann nicht damit umgehen. Ich schlage meinen Kopf mehrmals gegen die Wand, versuche so klaren Kopf zu kriegen. Zum Magenbrennen gesellen sich nun noch Kopfschmerzen und ich weiss, dass ich es verdient habe. Ich bin ein Feigling, ein Opfer. Packe es nicht mein Leben auf dir Reihe zu kriegen und verletze den einzigen Menschen, der je für mich da war.

So, genau so muss er sich anfüllen, der Aufprall auf dem Boden der Realität. Ich hatte gerade eine längere Zeit in der schönsten Seifenblase der Welt gelebt und nun das. Es kam unvermittelt, wie sollte ich es auch erwarten, war doch alles gut. Nein gut ist untertrieben, alles war am Besten. Die Zeit schien die Zeiger verloren zu haben, alles lief wie im Fluss. Keine Probleme schienen sich anzubahnen, wichtig war nur das hier und jetzt. Ich sitze da, spüre wie es mich durchdringt, dieses Gefühl der Leichtigkeit des Seins. Ich lasse meinen Kopf in den Nacken fallen und schliesse langsam die Augen. Ich spüre ein kribbeln in den Beinen und die Tränen laufen mir die Wangen herunter. Der Versuch zu fliehen ist wieder einmal gescheitert. Gescheitert an der Tatsache, dass es keine Flucht gibt. Und trotzdem versuche ich es immer wieder. Der Raum scheint über mir zusammenzubrechen, die Wände kommen immer Näher. Ich möchte mich bewegen, möchte dem Ganzen etwas entgegensetzen und kann nur zusehen. Meine Brust schnürt sich zusammen und ich kriege kaum mehr Luft. Verdient hab ichs ja, mehr als verdient. Und trotzdem macht es mir Angst, jedes mal macht es mir Angst.

Du II.

Spuren im Schnee,
sie erinnern mich an dich.
Du hast es geliebt,
das Reiten durch die Winterlandschaft.
Nun bist du nicht mehr da,
und der Winter vermisst dich.
Wir kämpfen für dich und für uns,
kommen manchmal ans Ende und machen doch weiter.
Es ging schnell, zu schnell,
und doch wars gut wie es gelaufen ist.
Manchmal möchte ich die Zeit zurückdrehen,
und doch freue ich mich auf das Morgen.
Du wärst stolz auf uns,
wir sind stolz auf dich.
Es wird immer etwas fehlen,
und doch ist vieles noch da.
Wir lieben dich.

Du I.

Vielleicht.

Verloren in langen Nächten,
sind wir eine Jugend der Zweifel.
Gefangen in Strukturen welche nicht die Unseren sind,
auf der Suche nach der Befreiung.
Wir kämpfen lautlos und ohne Energie,
unverstanden von einer ganzen Generation,
welche selber kämpfte.
Wir trinken weil es sonst nichts gibt,
um zu versinken in dämmrigen Welten.
Versklaven uns,
in einer Ordnung die wir hassen.
Suchen das Extreme,
und verweilen im Simplen.
Geben uns mit wenig zufrieden,
und verlangen nach mehr.
Es wird eine Zeit kommen,
die alles ändert.
Vielleicht.

Die Kunst der Zerstörung

Licht mitten ins Gesicht, Licht an einem Morgen welcher kein Morgen sein sollte. Er darf sich nicht bewegen weil alles schmerzt. Die Galle sitzt ihm im Hals und hämmernd im Innern seines Kopfes macht sich die Ethanolvergiftung der letzten Nacht bemerkbar. Man weiss immer was einen erwartet wenn man das Glas ansetzt und trotzdem funktioniert der Verdrängungsprozess einwandfrei. Wie mancher Sonntag ist verstrichen an welchen er sich nicht Erinnern kann. Wie mancher Morgen wurde zur Tortur nur um einen Abend voller kurzer Glücksmomente zu erleben. Er würde es nicht missen, nicht diese Nächte. Nächte voller Erwartungen und Enttäuschungen, voller Liebe und Hass, voller Leidenschaft und Teilnahmslosigkeit. Torkelnd geht er durchs Leben nur um nicht wahrnehmen zu müssen was sich Realität nennt. Der Heimweg ist ein Akt der Zerstörung und der Blick in den Spiegel erfordert ein weiteres Remeron. Gestern war zuviel, dieses letzte Bier hätte er stehen lassen sollen. Es ist wie immer, die Verantwortung ruft und er spült sie herunter mit dem nächsten Drink. Er ist nicht bereit Verantwortung zu übernehmen. Abend für Abend landet er am selben Punkt, genau so gestern. Nur kurz auf ein Bier in seine Stammbar, nur kurz seine Freunde treffen. Den neuen Arbeitsplatz hat er seit drei Wochen und bereits zweimal verschlafen. Ich werde versuchen das Trinken sein zu lassen – sagt er leise zu sich selbst .

Wieder so eine Party, wieder so eine Stimmung, wieder so eine Frau. Er kann sich nicht wehren, er muss eskalieren, muss sich spüren, nur diese Momente lassen ihn begreifen, dass er lebt. Sie sind viele und trotzdem ist jeder einsam. Die eigenen Empfindungen kann niemand verstehen, nie wird jemand wissen wie er denkt und fühlt. Nur in Zeiten des Rausches fühlen sie sich verstanden. Mit schwerer Zunge und leerem Kopf sprechen sie in Phrasen und nennen sich Philosophen. Sie leben gerne, sie sind jung und sie sind mutig. Sie sind die Zukunft und wissen nicht ob sie bereit sind dafür. Unter ihnen hat es Menschen welche in einigen Jahren die Geschicke der Welt leiten sollten und doch fühlt sich keiner von ihnen bereit. Nicht am Abend, nicht in der Nacht und schon gar nicht am nächsten Morgen. Ich werde versuchen das Trinken sein zu lassen – sagt er leise zu sich selbst .

Es klingelt an der Tür und er kann sich nicht bewegen. Er weiss genau, dass sie es ist und er weiss auch genau was sie sagen wird. Sie wird ihn anschauen mit ihren grossen Augen, wird ihm sagen, dass sich etwas verändert hat in den letzten Wochen, das er sich verändert habe und sie sich entfernt. Sie wird ihm von Robert erzählen. Aber Freunde bleiben möchte sie. Er öffnet die Tür nicht, denn solange er die Tür nicht öffnet ändert sich nichts an der Situation. Dem Unausweichlichen ausweichen in dem man sich den Situationen entzieht. Er nimmt das Gras aus seinem kleinen Holzkistchen welches immer unter dem Sofa liegt. Nachdem er mit ihr zusammengekommen war hatte er aufgehört damit, er hatte auch das Trinken aufgegeben. Sie schien perfekt, er war süchtig nach ihr. Sie machte Ihn zu etwas besserem und trotzdem nahm sie ihm alles was er hatte. Ich werde mit dem Trinken wieder anfangen – sagte er leise zu sich selbst.

Er kann sich nicht beklagen, will sich nicht beklagen. Das Leben war bis jetzt immer mehr oder weniger gut  zu ihm. Es hat ihm einiges verziehen und ihn immer neue Fehler machen lassen. Aber sie häufen sich wieder in letzter Zeit. Die Nächte werden immer länger, die Tage schmerzhafter. Er stiehlt sich aus seiner Verantwortung für sein Leben, er rettet sich auf eine schwimmende Boje um Halt zu finden aber nicht gebunden zu sein. Die Zeit rennt im davon und er hinter her. Er packt es nicht mehr zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Immer wieder fällt er hin immer wieder steht er auf, immer wieder fährt ihm die U-Bahn vor der Nase weg. Er möchte anders sein, er möchte sich sein, so sein wie er mal war. Aber er möchte auch jetzt sein, er möchte sein, er möchte leben. Es fällt ihm schwer sich zu ändern, sich hinzugeben. Lange war er perfekt, alles schien zu funktionieren, sein Leben war kontrolliert. Nun ist er ausgebrochen, er fühlt sich frei und doch gefangen in seinem Anspruch frei zu sein. So vieles müsste er erleben, so vieles müsste er machen und doch hält er sich zurück. Ich werde mein Leben ändern, ich werde es gut machen – sagte er leise zu sich selbst.

Du.

Seit du weg bist übe ich mich im Leben. Ich trinke mich von Exzess zu Exzess, versuche zu verstehen. Dunkle Nächte, lange Nächte. Ich schwanke durch die Zeit, gefangen in Arbeit und Delirium. Du warst da, du bist da. Mit deiner Hilfe schlage ich mir die Nächte um die Ohren, kämpfe die Tage kaputt. Übe mich darin zu existieren. Ich liebe dich, du liebtest mich. Jetzt bist du weg, ich bin noch da. Ich will da sein, ich will leben. Nur etwas intensiver, nur etwas schneller. 22 Jahre hast du mich begleitet, die restlichen 40 muss ich selber gehen. Du fehlst mir. Der Abschied war kurz und voller Schmerzen, deine Art zu gehen würdevoll und unnachahmlich. Du hast meinen vollen Respekt, genau so wie du ihn immer hattest, vor dem Leben, vor deiner Familie. Meine Vergangenheit hinkt mir hinterher und die Zukunft übt sich im Rollstuhlfahren. Ich kann es nicht wahrhaben und mache es trotzdem. Nun bin ich weit weg vom Ort des Geschehens und lebe für einige Zeit am Puls der Welt. Zurückgelassen habe ich die besten Leute die man sich wünschen kann. Nur um Oberflächlichkeit und fehlende Intimität kennen zu lernen. Manchmal wäre ich gerne jemand anderes und trotzdem bin ich zufrieden was du aus mir gemacht hast. Yesterday was hard on all of us und das Morgen wird nicht besser. Wir leben in einer Zeit des Wandels und trotzdem sind wir eine Generation ohne Ziele und Ideen. Du hast immer gehadert mit unserem Unwillen etwas zu erkämpfen. Ich hadere auch damit. Wir stehen alle für nichts und doch für eine verlorene Generation. Es fehlt der Wille etwas zu verändern, es siegt die Bequemlichkeit des Seins. Wir leben von Wochenende zu Wochenende um vergessen zu können was uns unter der Woche zum Denken zwingt. Trotzdem bilden wir uns, trotzdem diskutieren wir über eine bessere Welt und trotzdem möchten wir unsere Utopien leben. Nur konnte uns bis jetzt niemand zeigen wie das geht. Ich werde den Weg gehen welchen du mir in jungen Jahren vorgezeichnet hast. Obwohl ich ihn mit fünfzehn unter keinen Umständen gehen wollte. Du wärst stolz auf mich, wärst du noch da. Ich weiss es. Wir konnten noch viel zusammen bereden. Viel konnte ich dir erzählen, viel hast du mir mitgegeben. Nun habe ich nicht mehr die Möglichkeit mich zu vergewissern es richtig verstanden zu haben. Ich muss versuchen, ich muss hinfallen und wieder aufstehen. Es war einfacher das Leben alleine zu leben als du noch da warst. Ich möchte dir erzählen was ich erlebe. Möchte dir zeigen welche Veränderungen mein Leben erfahren hat. Von Mittwoch Abenden und Donnerstag Nächten möchte ich dir erzählen. Von blauen Augen und blonden Haaren. Ich habe dir früher zu wenig erzählt und trotzdem genug. Du hast mich verstanden wenn es nichts zu verstehen gab. Ich lese Bücher welche ich dir empfehlen würde. Höre Musik die du mögen würdest. Und denke jeden Tag an dich. Mir geht es gut, nur anders als früher. Danke für alles.

Du fehlst mir.

© 2019 Chopfsturm. Alle Rechte vorbehalten.

Thema von Anders Norén.