Ich möchte mich gleich zu Beginn outen. Ich besitze kein Auto. Ich bin meistens mit den ÖV, zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs. Wenn ich mal ein Auto brauche, organisiere ich mir eines via Mobility. Wenn ich das Auto fertig gebraucht habe, kann ich es wieder auf den reservierten Mobility-Parkplatz stellen. Ich bin also auch selten auf einen Parkplatz irgendwo in der Stadt Olten angewiesen. Du kannst dich nun entscheiden, ob du weiterlesen willst, wenn ich über Parkplätze in der Stadt Olten schreibe.

Das Thema ist zurzeit brandheiss. Überall wird über den im Dezember 2017 veröffentlichten neuen Mobilitätsplan und das Parkierungsreglement diskutiert. Die Fronten sind klar: Auf der einen Seite die bürgerlichen Kräfte und das Gewerbe. Auf der anderen Seite die Linken und die VelofahrerInnen. Die einen wollen mehr oder wenigstens gleich viele Parkplätze. Die anderen weniger oder aber wenigstens mehr Veloparkplätze. Die einen sehen weniger Parkplätze und weniger Verkehr als grosse Chance für das innerstädtische Gewerbe. Die anderen sind überzeugt, dass weniger Parkplätze zu Umsatzverlusten in Millionenhöhe führen würden. Ein Konsens ist weit weg. Ich finde das schade. Ich glaube nämlich, man müsste nur nach dem gemeinsamen Nenner suchen, um Lösungen zu finden!

Wie bereits erwähnt, bin ich in meinem Alltag kaum auf Parkplätze angewiesen. Trotzdem habe ich eine Meinung zu Parkplätzen. Am liebsten sind mir unterirdische Parkplätze. Oder Parkplätze an Orten, an denen sie sich idealerweise anbieten. An Bahnhöfen zum Beispiel. Bei Firmen, die aufgrund ihrer Tätigkeit auf Parkplätze angewiesen sind. Oder bei Einkaufszentren. Weniger mag ich Parkplätze  mitten in der Stadt. Zum Beispiel auf dem Munzingerplatz. Diesen Platz mag ich nämlich richtig gut. Vor allem, wenn Chilbi ist, oder das Streetfood-Festival seine Stände dort aufbaut und keine Autos herumstehen.

Ich kann nicht verstehen, wieso dieser Platz nicht schon lange verkehrsfrei ist. Ideen, was man auf dem parkplatzbefreiten Munzigerplatz alles machen könnte, wären nämlich genug da. Eine Sommerbuvette mit kleinen Konzerten, Lesungen und anderen Kulturveranstaltungen vielleicht? Ein Platz für Kunst im öffentlichen Raum? Eine kleine Minigolf-Anlage? Das Openair-Kino im Grossformat? Im Winter eine Eisbahn für alle? Ich bin überzeugt, den OltnerInnen würde das gefallen! Und ich bin überzeugt, auch dem Gewerbe würde das gefallen! Nach einer Partie Minigolf auf dem Munzingerplatz noch kurz in der Stadt ein Buch kaufen und vielleicht noch schnell eine neue Sonnenbrille abholen? Oder einfach die Chance nutzen und noch etwas durch die Altstadt schlendern. Wenn man ja schon einmal da ist!

Ein parkplatzbefreiter Munzingerplatz würde Platz bieten für Neues. Für innovative Ideen und Projekte. Und er würde die Region um die verkehrsbefreite Kirchgasse noch mehr beleben. Vielleicht findet sich ja auf dem Munzingerplatz der gemeinsame Nenner. Und vielleicht diskutieren wir doch einfach wieder einmal über ein unterirdisches Parkhaus. Wenn’s dafür den befreiten Munzingerplatz gibt. Wieso nicht!

Meinung im KOLT Mai 2018.