Mit Blog schreiben ist es so eine Sache. Man sollte immer alles aktuelle gleich niederschreiben und mitteilen, nur hat mich die altbekannte Faulheit auch hier gepackt und somit bin ich bereits wieder etwas im Rückstand mit meinem Geschreibsel. Seit dem 9. April und meinem letzten Blogeintrag ist bereits wieder einiges passiert, deshalb gibt es diesmal einen etwas längeren Beitrag. Gibt ja auch einiges zu erleben auf der anderen Seite des Atlantiks. Wie im letzten Text bereits erwähnt unternahmen wir vom 13.4 – 16.4 einen Trip durch New Hampshire / Maine, beides Staaten nördlich von Boston. Später gingen wir noch an ein Baseball Spiel im altehrwürdigen Fenway Park, besuchten täglich brav die Schule und versuchten uns weiter an langen Nächten in dunklen Pubs. Wir haben die Sonne in den Parks in Boston genossen und unsere ersten Glaces gegessen. Nun erzähle ich euch einiges über den Trip und etwas weniger über andere Vorkommnisse.

Wir haben also die Chance beim Schopf gepackt und uns am ersten verlängerten Wochenende (Patriotsday am Montag dem 16.4) aus Boston verpisst und die Welt erkundet. Zu acht und mit zwei gemieteten Autos haben wir uns am Freitag direkt nach der Schule auf den Weg gemacht. Völlig euphorisiert von der Tatsache der Schule und dem bereits gefährlich eingeschlichenen Alltagstrott zu entkommen war die Fahrt ein Heidenspass. Unser erstes Ziel war York Beach, ein kleines Kaff direkt am Meer im Bundesstaat Maine. Wir nächtigten in einem Motel mit Meerblick und fühlten uns wie Könige. Dank des Besuches eines Liquor Outlets unterwegs hatten wir am Abend auch noch etwas zu trinken und viel zu lachen.

Unsere Aussicht vom Motel am ersten Morgen:

Am Samstag führte unser Weg, nach einem ausgiebigen Frühstück mit überdimensionalen Pancackes, dem Meer entlang zuerst nach Ogunquit wo es einen weiteren wunderschönen Strand zu besichtigen gab. Vereinzelte Mitreisende nutzten den kurzen Stop für ein kleines Nickerchen im Auto um zu späterer Stunde wieder voll auf dem Damm zu sein. Von dort führte die Route weiter nach Cape Elizabeth. Dieses Städtchen ist berühmt für seinen Leuchtturm (laut Wikipedia der älteste in Maine) und wie fast überall in Maine war auch die Küste in Cape Elizabeth schlicht wunderschön. Apropos, der nette George W. Bush soll anscheinend ein Ferienresort am Cape Elizabeth besitzen, leider blieb es uns verwehrt ihn zu besuchen. Von dort fuhren wir in unseren Autos weiter Richtung Norden, suchten Dünen an einem Strand welche leider nicht vorhanden waren und fanden uns plötzlich in einem alten Fort (Fort Popham) welches trotz unserem grossem kulturellen und geschichtshistorischem Interesse nichts wahnsinnig Interessantes zu sein schien. Die Autofahrt dorthin führte uns jedoch durch abgelegene Dörfer, schöne Wälder und über enge unübersichtliche Strassen. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Gegen Abend führe uns die Autofahrt in ein kleines Städtchen namens Rockland. Nachdem der erste Eindruck nicht allzu vielversprechend war, wir aber ein billiges Hostel fanden, gingen wir das Städtchen erkunden und wurden positiv überrascht. Rockland ist absolut ein kurzer Stop wert, ein schmuckes kleines Städtchen mit vielen kleinen Restaurants und Bars. Weil wir schon gegessen hatten konnten wir uns nur eine Glace in einer wunderbar eingerichteten Sandwicheria/Pizzeria/Gelatteria genehmigen. Es schien als würde dieser kleine Laden von Studenten geführt und alles mit unglaublich viel Liebe hergestellt. Zig verschiedene Glacesorten, feine Sandwiches (am nächsten Morgen/Mittag vor unserer Abreise mussten wir noch einige ausprobieren) und eine charmante Einrichtung machen einen Besuch alleweil lohnenswert!

Der Strand in Ogunquit:

Beach in Ogunquit

Riff in Cape Elizabeth:

Der dritte Tag unserer Reise war ein Sonntag und wir bereits etwas traurig nur noch zwei Tage übrig zu haben. Nach dem Aufstehen und Morgenessen ging unsere Reise weiter Richtung Acadia National Park hoch oben im Norden von Maine. Eine Fahrt dorthin lohnt sich schon alleine der Landschaft wegen welche man unterwegs durchkreuzt. Die Wälder werden immer dichter und die Dörfer immer kleiner. Die Natur in Maine scheint grösstenteils noch unberührt und frisch, eine richtig heile Welt! Der Park ist einer der zehn meist besuchten Nationalparks in den Staaten und hat sich diesen Platz sicher verdient. Gelegen auf der Mount Desert Island zeichnet er sich vor allem mit seinen felsigen Küsten, dem Cadillac Mountain (505m über Meer), welcher notabene der Punkt ist welcher den Sonnenaufgang als erstes erblickt und einem wunderschönen Sandstrand, welcher im Sommer sicher zum Baden einlädt, aus. Ich persönlich fand den Park absolut imposant und erfrischend schön. Vom Cadillac Mountain kann man den ganzen Park überblicken und sieht bis weit aufs Meer hinaus. Durch den ganzen Park führt ein „Loop-Track“ eine Einbahnstrasse welche mit dem Auto befahrbar ist. Auf der Strecke hat es verschiedene „Aussichtspunkte“ von welchen aus man sich zu Fuss auf den Weg machen kann um Fotos zu schiessen und die Schönheit des Nationalparks noch etwas natürlicher zu erfahren. Ich denke aber, dass es sich lohnen würde sich mehr Zeit zu nehmen und den Nationalpark ganz zu Fuss oder mit dem Velo zu durchkreuzen. Wir konnten uns trotz allem nicht alles anschauen und machten uns gegen Abend wieder auf den Weg Richtung Süden um am Montag rechtzeitig wieder in Boston zu sein. An diesem Sonntagabend haben wir in einem Motel am Highway i95 zwei Zimmer bezogen und den letzten Abend unserer Reise verbracht.

Strand im Nationalpark:

Aussicht vom Cadillac Mountain:

Am Montag besuchten wir auf den Heimweg noch das Outletstädtchen Freeport. Ein Ort in welchem sich zig verschiedene Outlets eingenistet haben und ihre Kleider und anderen Utensilien zu günstigen Preisen verschachern. Leider oder zum Glück konnte ich nicht allzuviel passendes finden und habe mich mit einem mehr oder weniger zufriedenen Portemonnaie auf die Weiterreise gemacht. Wieder in Boston angekommen hiess es Auto zurückbringen, in die Subway steigen, nach Hause fahren, die Eindrücke verarbeiten und die Müdigkeit mit Schlaf verdrängen. Denn am nächsten Tag war wieder Schule angesagt.

In der Woche nach unserer Reise durch Maine zerrten wir noch an den Erinnerungen und waren eigentlich überzeugt, dass das Reisen viel mehr Spass machen würde als jeden Tag in der Schule zu sitzen. Am Mittwoch dem 18.4 besuchten wir dann ein Spiel der Boston Red Sox (Baseball) im 100 jährigen Fenway Park. Ein Spiel live im Stadion zu sehen lohnt sich nicht unbedingt des Sportes wegen aber die Stimmung im Stadion ist einmalig. Es wird gegessen, getrunken, gesungen, geplappert und nebenbei ein Spiel geschaut. Kaum jemand scheint richtig interessiert zu sein am Spiel. Sind die Red Sox hoffnungslos im Rückstand warten die Zuschauer nur bis zur Mitte des achten Innings und auf den Song „Sweet Caroline“, danach wird das Stadion in Massen verlassen.

Hier noch ein Video (nicht von mir) wie der Song im Stadion gefeiert wird:

Sonst haben wir die normale Dinge gemacht wie Ausgang, Sonne geniessen (die Woche nach unserem Trip war richtig warm und schön!) und zwischendurch noch gelernt. Am Samstag dem 21.4 besuchte mich dann noch Donat (einige werden ihn kennen) aus New York (er macht dort seinen Sprachaufenthalt) und wir versuchten uns dann in einer Sightseeing Tour welche jedoch an der Tatsache scheiterte das wir keine Ducktour machen konnten. So gingen wir ins Pub und schauten wie die Boston Bruins gegen die Washington Capitals verloren (Am Mittwoch darauf war der ganze Eishockey Spass dann vorbei und die Bruins, notabene letztjähriger Stanley Cup Sieger, schieden gegen die Caps in der ersten Playoffrunde aus. Dies war ein grosser Dämpfer für die Sportbegeisterte Stadt!) Denn Sonntag verbrachten Donat und Ich im Museum of Fine Arts in Boston, was ziemlich eindrücklich und spannend ist, absolut einen Besuch wert! Sonst habe ich leider keine Ahnung mehr was es noch zu erzählen gäbe, wird aber sicher noch etwas kommen!